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Gefragt, gesagt - Im Gespräch mit: U17-Juniorinnen Trainer Gundolf Walzik

Mit Gefragt, gesagt – Im Gespräch mit: startet auf unserer Website ein neues Format, das Menschen aus unserem Verein zu Wort kommen lässt. In regelmäßigen Abständen sprechen wir mit Spielern, Spielerinnen, Trainern und weiteren Gesichtern unseres Clubs – über persönliche Wege, sportliche Entwicklungen und spannenden Hintergrundgeschichten, die man sonst nicht immer sieht.

Zum Auftakt werfen wir einen Blick auf den aktuellen Höhenflug unserer U17-Juniorinnen. Ihr Trainer Gundolf Walzik (Foto oben: rechts) spricht darüber, wie er die Mannschaft im Winter übernommen hat, was hinter der beeindruckenden Entwicklung steckt – und warum er am Ende sogar singend unter der Dusche gelandet ist.

 

 

Gundolf, danke für Deine Zeit. Du hast im November unsere U17-Mädels übernommen: Vier Spiele, Vier Siege. Dazu in der Halle die Kreismeisterschaft – hättest Du Dir einen besseren Start vorstellen können?
Nein, wahrscheinlich nicht. Man muss ja sagen: Ich habe die Mannschaft erst ein paar Wochen vor der Kreismeisterschaft in der Halle übernommen. Vor dem ersten Spiel im November hatten wir vielleicht zwei Trainingswochen zusammen. Jetzt so schnell dann direkt so einen Impact zu haben, macht natürlich extrem zufrieden.

Gerade wenn man bedenkt, dass die Mannschaft vorher unregelmäßig Punkte geholt hat. Bei der Kreismeisterschaft in der Halle haben wir dann fast alle Spiele gewonnen und den Titel geholt – das war schon überragend. Mit ein bisschen mehr Glück wäre sogar bei der anschließenden Bezirksmeisterschaft die Endrunde drin gewesen. Insgesamt haben wir uns richtig gut präsentiert.

Und auch jetzt draußen läuft es super. Der Start war vielleicht etwas holpriger als die Ergebnisse vermuten lassen, aber die Entwicklung danach – gerade spielerisch – ist wirklich beeindruckend. Die Mädels setzen das um, was wir trainieren, und das macht mich schon stolz.

 

Woran machst Du diese Entwicklung fest?
Ganz klar: harte Arbeit und Zusammenhalt.

Wir haben vor der Rückrunde richtig intensiv gearbeitet. Zwei Trainingseinheiten pro Woche, viele haben zusätzlich individuell trainiert. Und das merkt man extrem: Spielerinnen, bei denen ich am Anfang dachte, dass nach 10–15 Minuten Schluss ist, gehen jetzt 90 Minuten lang mit – und machen selbst in der Schlussphase noch weite Wege.

Dazu kommt das Spielerische: klare Abläufe, besseres Zusammenspiel, strukturierter Aufbau. Dinge, die wir trainieren, funktionieren auf dem Platz. Und ich glaube, genau das ist auch der Schlüssel zum Erfolg.

 

Aktuell liegen unsere U17-Mädels an der Tabellenspitze 

Wie kam es überhaupt dazu, dass Du die Mädels in der Saison übernommen hast?
Das kam über eine Anfrage aus dem Verein. Ich wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, weil der bisherige Trainer Jan Suhren zum Jahreswechsel aufhören wollte.

Für mich als junger Trainer war das eine super Chance. Ich wollte den Trainingsbetrieb richtig kennenlernen, Strukturen entwickeln und einfach Erfahrung sammeln. Mein Gedanke war am Anfang eher: Ich unterstütze den Verein und lerne dabei.

Dass das dann so gut funktioniert und so gut passt, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Umso schöner ist es jetzt im Nachhinein.

 

Hattest Du am Anfang auch Zweifel? 
Ja, auf jeden Fall. Ich hatte vorher kaum Berührungspunkte mit dem Frauenfußball. Höchstens bei Spielen im Fernsehen oder wenn man auf einem Sportplatz unterwegs ist und dort vorher noch ein Spiel läuft.

Aber ich habe mir Spiele angeschaut und mit dem alten Trainer Jan Suhren gesprochen. Mein Eindruck war: Das ist eine Mannschaft, die Bock hat, sich zu entwickeln und Dinge aufzunehmen. Und genau das ist für einen jungen Trainer ideal.

Ich konnte viel ausprobieren und meine Ideen direkt umsetzen. Dass das dann so gut funktioniert, war auch für mich nicht selbstverständlich.

 

Gab es jemanden, der Dich besonders unterstützt hat?
Die größte Unterstützung kommt definitiv von meiner Frau. Sie hält mir komplett den Rücken frei, ist bei Spielen dabei und bringt sich sogar aktiv ein – teilweise auch als Physio am Spielfeldrand (lacht).

Gerade mit Familie ist das nicht selbstverständlich. Ohne sie wäre das so nicht möglich.

Und natürlich auch die Mannschaft selbst: Die Mädels haben mich super aufgenommen, mir Zeit gegeben und wir haben inzwischen eine richtig gute Verbindung.

 

Beim diesjährigen Germanen-Cup im Januar hast Du bei unserer Herren-Mannschaft im Tor ausgeholfen. Deine Mannschaft war als Unterstützung ebenfalls vor Ort. 

Ja, das stimmt. Plötzlich war fast die komplette Mannschaft da, um mich zu unterstützen – ohne dass ich darum gebeten habe. Wir hatten im Training mal darüber gesprochen und die Mädels haben dann wohl was organisiert. Das sind Momente, die einem echt viel zurückgeben. Ich habe das nicht erwartet und auch nicht damit gerechnet. In dem Alter hat man ja eigentlich auch besseres zu tun, als auf einem Samstag in einer Halle zu sitzen. Aber die Mädels sind anders. Das ist ein Team und die machen das gern. Ich bin dankbar dafür.

 Mannschaftliche Geschlossenheit dient momentan als größter Krafttreiber 

Du sprachst neulich davon, dass die Übernahme der Mannschaft die beste Entscheidung deines Fußballlebens gewesen sei – warum?
Weil ich in der kurzen Zeit unglaublich viel gelernt habe und immer noch lerne – fachlich und menschlich.

Ursprünglich wollte ich einfach Erfahrung sammeln und dem Verein helfen. Aber ich habe gemerkt, dass ich vielleicht noch gar nicht so weit war, wie ich dachte – und genau das hat mir geholfen, mich weiterzuentwickeln.

Dazu kommt die Mannschaft: Das passt menschlich einfach komplett. Die Unterstützung vom Umfeld, von den Eltern – das Gesamtpaket stimmt.

Und ich glaube auch, dass man im Mädchenfußball nochmal andere Dinge lernt. Es geht viel mehr um Kommunikation, Emotionen und Zusammenhalt. Das nimmt man extrem mit.

 

Was sind eure Ziele für die Saison?
Ganz klar: Wir wollen die Liga als Meister abschließen.

Nach dem bisherigen Verlauf wäre alles andere auch schwer zu erklären. Ich habe der Mannschaft gesagt: Ich möchte in dieser Saison kein Spiel mehr verlieren.

 

Und wie sieht die Zukunft aus?
Ab Sommer soll der Schritt in eine neue Damenmannschaft erfolgen – natürlich abhängig vom Alter der Spielerinnen.

Das Ziel ist, das Team möglichst zusammenzuhalten. Wenn uns das gelingt, bin ich überzeugt, dass wir auch dort schnell erfolgreich sein können. Die Qualität ist definitiv da.

 

Kann man bei euch einfach so einsteigen?

Na klar. Wer Lust hat, kann jederzeit zum Training kommen. Wir trainieren immer Dienstags und Donnerstags um 18 Uhr in Vethem. Die Mädels nehmen neue Gesichter immer super auf. Wir schauen dann und sprechen was möglich ist und worauf man Lust hat. Also: Tasche packen und los.

 

Letzte Frage: In einem Instagram-Video warst Du neulich singend unter der Dusche zu sehen. Was hat es damit auf sich?
(lacht) Das war ein Versprechen an die Mädels vor dem Spiel gegen Celle. Ich hatte gesagt: Wenn wir das Spiel gewinnen, mache ich das.

Und ja – Versprechen muss man halten. Also musste ich da durch.

 

 

Fotos: Ecki Beuth

 

 

 

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