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Jugend - Die Rückkehr der Bolzplatz-Ideale

Autor: Grönefeld Stefan ,Böhme Zeitung 16.10.13

Der DFB empfiehlt die Einführung der Fairplayligen – Kreisjugendausschuss stößt im Heidekreis auf Widerstände.

Kein Schiedsrichter, eine gemeinsame Coachingzone für die Trainer und ein Mindestabstand von drei Metern für die Zuschauer – das sind die Grundpfeiler der so genannten Fairplayliga. Der DFB hat sie im Mai in seine Jugendordnung aufgenommen, als Empfehlung. Im Heidekreis kommen die Reformen bislang kaum zur Geltung, zum Leidwesen von Rainer Breitzke: „Die Änderungen scheinen noch nicht gewünscht“, sagt der Kreisjugendobmann. „Aber ich werde nicht aufgeben.“

 

Etwa zu der Zeit, als der DFB die Fairplayliga als Empfehlung in seinen Statuten festschrieb, kündigte der Jugendauschuss an, die Reformen zur neuen Saison auch im Heidekreis bei den F2-Junioren einzuführen, quasi als Pilotprojekt. Auf zwei Informationsveranstaltungen in Soltau und Buchholz mussten Breitzke und seine Mitstreiter dann aber einsehen, dass noch ein weiter Weg vor ihnen liegt. „Die Akzeptanz bei den Jugendtrainern und -betreuern war nicht so groß wie erhofft.“

 

Dabei hatte es bereits in der abgelaufenen Spielzeit der F2-Junioren vereinzelt Punktspiele ohne Schiedsrichter gegeben. Die Rückmeldungen waren fast immer positiv. „Diese Erfahrungen haben wir ja auch schon beim Sparkassen-Cup gemacht“, sagt Breitzke. Ohne Schiedsrichter hätten die Kinder in der Regel genauso reagiert, wie erhofft: Sie entwickelten positive Automatismen. Beim Seitenaus gingen nicht automatisch die Arme der beteiligten Gegenspieler hoch, wie man es von den Spielen der Älteren kennt. Die Kinder hätten die geforderte Eigenverantwortung durchaus bewiesen („Halt, du hast Einwurf“). Dass das Fairplay ohne Schiedsrichter bei den Kindern offenbar funktioniert, überrascht Ralf Klohr keineswegs. Der Erfinder der Fairplayliga sieht vielmehr die Rückkehr alter Ideale: „Früher auf dem Bolzplatz war das ja auch möglich.“

 

Akzeptanz für Eltern-Zonen

Größere Akzeptanz findet bei den Trainern der Mindestabstand für die Zuschauer, bei denen es sich ja meistens um die Eltern der kleinen Kicker handelt. Um zu verhindern, dass diese den eigenen Nachwuchs als „Störparameter“ (Klohr) beeinflussen, hat der NFV bereits vor der Saison 2011/12 das Projekt „Eltern-Fan-Coaching-Zone“ ins Leben gerufen. Nach dem Motto „Anfeuern ja – Steuern nein“ forderte der Landesverband bei Spielen der G- bis E-Junioren eine Distanz von mindestens fünf Metern für die Zuschauer. Im Heidekreis hat der Jugendausschuss dieses Konzept zur neuen Saison in seine Ausschreibungen aufgenommen, als Empfehlung. Dabei ist auch die gemeinsame Coachingzone für die Trainer der gegnerischen Teams vorgesehen. Die Vereine ziehen bei der Umsetzung gut mit. „Im F-Junioren-Bereich haben wir eine Quote von etwa 50 Prozent“, sagt Breitzke.

Eine Reform, die nicht zum Konzept der Fairplayliga zählt, deren Erfinder Klohrs aber quasi als Weiterentwicklung ebenfalls vorschwebt, brachte der Kreisjugendausschuss bei den Jugendtrainern und -betreuern ebenfalls zur Diskussion – und stieß mehrheitlich auf Ablehnung: die Abschaffung der Tabellen nach dem Motto „Erlebnisfußball statt Ergebnisfußball“. Dem begegneten die Kritiker meist mit einem schwer zu widerlegenden Einwand: Es seien die Kinder selbst, die ergebnisorientiert spielen wollten.

In diesem Punkt setzte sich der Kreisjugendausschuss allerdings durch. Wie bei den G-Junioren schon seit längerem üblich, werden in der laufenden Spielzeit auch bei den F1-Junioren keine Ergebnisse mehr bekannt gegeben. „Wir wollen, dass sich die Kinder auf Augenhöhe begegnen, und nicht schon vorher sagen: Das sind die Besten, das sind die Schlechtesten.“ Die bisherigen Erfahrungen seien positiv, von Reaktionen, wie sie seine Berliner Kollegen berichten, hat Breitzke keine Kenntnis. In der Hauptstadt tauschen Eltern und Trainer seit Abschaffung der Jugend-Tabellen die Ergebnisse telefonisch aus und erstellen selbst welche.

 

Vorreiter Rheinland

Noch handelt es sich bei der Einführung der Fairplayligen um eine Empfehlung seitens des DFB. Doch für Breitzke ist die Richtung damit eingeschlagen. „Mittelfristig werden diese Änderungen wahrscheinlich von Seiten des Verbandes kommen.“ In den meisten Kreisen des Verbandes Mittelrhein sind sie bereits verbindlich, auch der Verband Rheinland ist ein Vorreiter. Die Süddeutsche Zeitung kommentierte die Entwicklung: „Die Kinder übernehmen die Macht über ihren Fußball“. Bald wohl auch im Heidekreis.

 

Autor: Grönefeld Stefan ,Böhme Zeitung 16.10.13